
Per Musicam Ad Astra
Ursprung
Empyrean, Harmonie zwischen Himmel und Erde
Empyrean, der höchste Himmel aus reinem Licht, steht für eine Sphäre jenseits der sichtbaren Welt: für Ursprung, Erkenntnis, schöpferische Energie und jene vollkommene Harmonie, nach der Menschen seit Jahrtausenden in Musik, Philosophie, Wissenschaft und Kunst suchen.
Der Name Empyrean Orchestra verweist auf diese lange Geschichte. Er verbindet eine der ältesten Vorstellungen der abendländischen Kultur mit einer Erfahrung, die auch heute noch unmittelbar verständlich ist: dass Musik uns über das Alltägliche hinausführen kann.
Manche Meisterwerke scheinen tatsächlich an die Grenzen menschlichen Verstehens zu reichen. Ihre Proportionen, ihre innere Logik und ihre emotionale Kraft können den Eindruck erwecken, als seien sie weniger erfunden als entdeckt worden, als hätte der Komponist für einen Augenblick Zugang zu einer Ordnung erhalten, die bereits vorhanden war.
Diese Vorstellung ist sehr alt.
Pythagoras: Die Zahl hinter dem Klang
Eine ihrer Ursprünge führt in das antike Griechenland und zur Schule des Pythagoras im 6. Jahrhundert v. Chr.
Der pythagoreischen Tradition zufolge liess sich musikalische Konsonanz auf einfache Zahlenverhältnisse zurückführen. Oktave, Quinte und Quarte konnten als Proportionen verstanden werden: 2:1, 3:2 und 4:3. Damit wurde etwas Entscheidendes sichtbar: Was das menschliche Ohr als Harmonie empfindet, besitzt zugleich eine mathematische Struktur.
Für die Pythagoreer war dies mehr als Musiktheorie.
Die Zahl erschien als ein Prinzip, das hinter der sichtbaren Welt liegt. Wenn dieselben einfachen Proportionen Schönheit im Klang hervorbringen, könnten ähnliche Verhältnisse nicht auch die Ordnung des Kosmos bestimmen?
Aus dieser Verbindung von Zahl, Klang und Welt entstand die grosse Idee der Sphärenharmonie, der Musica universalis.
Die Himmelskörper bewegen sich demnach nicht chaotisch, sondern innerhalb einer vollkommenen kosmischen Ordnung. Ihre Abstände und Bewegungen entsprechen harmonischen Verhältnissen und bilden gemeinsam eine universale Harmonie.
Der Kosmos wird zum Instrument.
Die Musik der Sphären
In der antiken und später mittelalterlichen Vorstellung war Musik deshalb weit mehr als das, was erklingt.
Sie konnte Ausdruck einer fundamentalen Weltordnung sein.
Der Philosoph Boethius unterschied in der Spätantike zwischen musica instrumentalis, der tatsächlich hörbaren Musik, musica humana, der Harmonie von Körper und Seele, und musica mundana, der Harmonie des Kosmos.
Musik verband damit Mensch und Universum.
Die Harmonie eines Orchesters, die Proportionen des menschlichen Körpers und die Bewegungen der Gestirne konnten als unterschiedliche Erscheinungsformen desselben Prinzips gedacht werden.
Die Musik der Sphären musste dabei nicht unbedingt mit den Ohren hörbar sein. Sie bezeichnete eine tiefere Harmonie, eine Ordnung, die allem Seienden zugrunde liegt.
In diesem Gedanken begegnen sich Mathematik und Mystik.
Diese Verbindung von Musik, Zahl und Kosmos prägte das europäische Denken über Jahrhunderte. Im mittelalterlichen Quadrivium stand die Musik gemeinsam mit Arithmetik, Geometrie und Astronomie im Zentrum der höheren Bildung. Musik galt damit nicht allein als Kunst des Klanges, sondern als ein Weg, Proportion, Harmonie und die Ordnung der Welt zu erkennen.
Ein geordneter Kosmos
Über Jahrhunderte wurde der Himmel als System konzentrischer Sphären vorgestellt.
Im geozentrischen Weltbild ruhte die Erde im Zentrum. Um sie bewegten sich Mond, Merkur, Venus, Sonne, Mars, Jupiter und Saturn. Darüber lagen der Fixsternhimmel und weitere Sphären, die das sichtbare Universum umschlossen.
Aus heutiger astronomischer Sicht ist dieses Modell überholt. Als geistiges Bild jedoch war es von ausserordentlicher Kraft.
Denn der mittelalterliche Kosmos war nicht einfach ein astronomisches Diagramm. Entfernung bedeutete zugleich geistige Bedeutung. Der Aufstieg durch die Himmel konnte als Annäherung an das Göttliche verstanden werden.
Ausserhalb der bewegten Sphären begann schliesslich etwas, das selbst keine gewöhnliche Sphäre mehr war:
das Empyreum.
Empyrean, der Himmel aus Feuer und Licht
Das Wort geht auf das griechische empyros zurück: «im Feuer», «feurig».
Doch das Feuer des Empyreums ist kein zerstörerisches Feuer.
In der philosophischen und christlichen Tradition wurde es zum Bild eines vollkommenen, immateriellen Lichtes, eines Bereichs jenseits von Veränderung, Zeit und körperlicher Bewegung.
Während die Gestirne noch kreisen und die Sphären sich bewegen, ist das Empyreum unbewegt.
Es ist nicht einfach der entfernteste Ort des Universums. Es steht ausserhalb der gewöhnlichen räumlichen Ordnung.
Hier erreicht die Vorstellung des Kosmos ihre metaphysische Dimension: Oberhalb der sichtbaren Welt liegt nicht eine weitere astronomische Schale, sondern eine Wirklichkeit reinen Seins und reinen Lichtes.
Das Empyreum wurde zum Wohnort Gottes, der Engel und der Seligen gedacht.
So verbindet sich die antike Kosmologie mit christlicher Theologie.
Dante und das Empyreum
Kaum ein Künstler hat diese Vorstellung eindrucksvoller gestaltet als Dante Alighieri in seiner Divina Commedia.
Im Paradiso steigt Dante gemeinsam mit Beatrice durch die himmlischen Sphären. Seine Reise führt durch die Planetensphären und den Fixsternhimmel bis zum Primum Mobile, der äussersten bewegten Sphäre.
Doch dahinter liegt das Empyreum.
Hier enden Raum und Zeit.
Dante begegnet keiner weiteren mechanischen Himmelsschale, sondern einer Welt aus Licht.
Zunächst erscheint ihm ein Fluss aus strahlendem Licht, aus dem Funken hervorbrechen. Diese Funken werden zu Engeln. Schliesslich verwandelt sich die Vision in die gewaltige Candida Rosa, die weisse Rose des Paradieses, in deren unzähligen Rängen die Seligen versammelt sind.
Licht, Bewegung, Liebe und geistige Harmonie werden eins.
Die Engel vermitteln zwischen dem göttlichen Ursprung und der geschaffenen Welt. Je näher Dante dem höchsten Prinzip kommt, desto weniger lässt sich seine Erfahrung in gewöhnlichen Bildern beschreiben.
Am Ende steht keine astronomische Erklärung mehr.
Es steht eine Erfahrung des Unendlichen.
Für Dante wird das gesamte Universum letztlich von jener Kraft bewegt, die «die Sonne und die anderen Sterne bewegt»: der göttlichen Liebe.
Engel und die unsichtbare Ordnung
Auch die Vorstellung der Engel gehört zu dieser Kosmologie.
In der christlichen Tradition entwickelte sich eine komplexe Hierarchie himmlischer Wesen. Besonders einflussreich war die Lehre des Pseudo Dionysius Areopagita, der neun Engelschöre beschrieb: Engel, Erzengel, Fürstentümer, Mächte, Gewalten, Herrschaften, Throne, Cherubim und Seraphim.
Der Begriff Chor ist dabei bemerkenswert.
Der Himmel wird nicht nur als Architektur, sondern immer wieder musikalisch gedacht. Engel singen, lobpreisen und bilden Chöre; Harmonie wird zum Sinnbild einer vollkommenen Ordnung, in der Vielheit nicht Chaos bedeutet, sondern Einheit.
Der himmlische Chor und das irdische Ensemble spiegeln einander.
Viele Jahrhunderte europäischer Musik sind von dieser Vorstellung geprägt.
Kosmologie, Mystik und das Okkulte
Die Vorstellung einer verborgenen Harmonie blieb nicht auf Philosophie und Theologie beschränkt.
In Neuplatonismus, Hermetik, Alchemie, Astrologie und späteren esoterischen Traditionen begegnet immer wieder der Gedanke, dass sichtbare Erscheinungen Ausdruck unsichtbarer Beziehungen seien.
Planeten wurden Metallen, Farben, Zahlen, Tonarten oder seelischen Eigenschaften zugeordnet. Der Mensch erschien als Mikrokosmos, der das grössere Universum – den Makrokosmos – in sich widerspiegelt.
Solche Systeme gehören nicht zur modernen Naturwissenschaft. Historisch waren die Grenzen zwischen Wissenschaft, Philosophie, Religion, Magie und Kunst jedoch wesentlich durchlässiger als heute.
Astronomie und Astrologie konnten nebeneinander bestehen. Mathematik konnte zugleich praktische Wissenschaft und Schlüssel zu einer metaphysischen Ordnung sein. Musik konnte Unterhaltung, mathematische Disziplin, religiöser Dienst und kosmisches Symbol zugleich sein.
Gerade in diesen Übergangsräumen entwickelte sich ein grosser Teil der europäischen Ideenwelt.
Johannes Kepler: Die Harmonie wird Astronomie
Eine der faszinierendsten Figuren dieser Geschichte ist Johannes Kepler.
1619 veröffentlichte er seine Harmonices Mundi, die Weltharmonik.
Kepler stand bereits an der Schwelle zur modernen Naturwissenschaft und arbeitete mit dem heliozentrischen Weltbild. Dennoch hielt er an der alten Überzeugung fest, dass der Kosmos durch harmonische mathematische Beziehungen strukturiert sei.
Er versuchte, die Bewegungen der Planeten als musikalische Intervalle zu verstehen.
Die antike Musik der Sphären erhielt damit eine neue Bedeutung. Sie war nicht länger ausschliesslich metaphysische Spekulation, sondern wurde mit mathematischen Beobachtungen der tatsächlichen Planetenbewegungen verbunden.
Aus einer uralten kosmischen Metapher entstand ein Impuls zur mathematischen Beschreibung der Natur.
Das ist eine der grossen Ironien der Wissenschaftsgeschichte:
Eine Vorstellung, die uns heute mystisch erscheinen kann, half dabei, Fragen zu formulieren, aus denen moderne Wissenschaft hervorging.
Erst mit der Neuzeit begannen sich Musik und Naturwissenschaft zunehmend als eigenständige Disziplinen zu entwickeln. Ihre gemeinsame Sprache verschwand jedoch nie ganz. In den Werken Bachs und Mozarts begegnen uns auf höchstem Niveau Proportion, Symmetrie und musikalische Architektur. Zugleich blieb auch die Wissenschaft dem Klang verbunden: Galileo untersuchte Schwingungen und musikalische Intervalle, während sein Vater Vincenzo Galilei als Musiktheoretiker selbst an der Schnittstelle von Klang, Zahl und Experiment arbeitete.
Vom geschlossenen Himmel zum unendlichen Universum
Mit Kopernikus, Kepler, Galileo und Newton veränderte sich das Bild des Kosmos grundlegend.
Die Erde verlor ihre Stellung im Mittelpunkt. Die kristallinen Himmelssphären verschwanden. Der Himmel öffnete sich zu einem unermesslichen Universum, und die alte Suche nach seiner verborgenen Ordnung nahm neue Formen an.
Doch das Empyreum selbst entzieht sich einer solchen Veränderung des astronomischen Weltbildes. Als eine Wirklichkeit jenseits von Raum und Zeit gehört es nicht zu den Dingen, die sich auf einer Karte des Himmels verzeichnen lassen.
Die Frage blieb bestehen:
Gibt es hinter der ungeheuren Vielfalt der Erscheinungen eine verborgene Ordnung?
Jenseits des Sichtbaren
Selbst die moderne Physik führt uns heute an die Grenzen unserer Vorstellung von Raum, Zeit und Materie. In der Quantenwelt können Zustände sich überlagern und räumlich getrennte Teilchen auf geheimnisvolle Weise miteinander verbunden bleiben.
Hier klingt etwas von jener uralten Vorstellung nach, die dem Empyreum innewohnt: dass die sichtbare Welt vielleicht nicht die ganze Wirklichkeit ist und dass jenseits unserer unmittelbaren Wahrnehmung Zusammenhänge bestehen, die sich den vertrauten Begriffen von Nähe, Entfernung und Getrenntsein entziehen.
Vielleicht begegnet uns hier in neuer Gestalt jene uralte Ahnung, die Pythagoras, Kepler und viele andere bewegte: dass hinter dem Sichtbaren eine tiefere Ordnung verborgen liegt.
Klang als Physik
Heute wissen wir, dass Klang eine physikalische Erscheinung ist.
Schwingung erzeugt Wellen. Frequenzen bestimmen Tonhöhen. Obertöne formen Klangfarben. Resonanz kann komplexe Systeme miteinander koppeln. Intervalle lassen sich mathematisch beschreiben, und selbst die reichsten Orchesterklänge entstehen aus Überlagerungen von Schwingungen.
Damit kehrt auf einer anderen Ebene etwas vom pythagoreischen Gedanken zurück:
Klang ist Zahl in Bewegung.
Doch Musik ist zugleich weit mehr als Physik.
Aus Frequenzen werden Erwartungen, Erinnerungen, Spannung, Bewegung und Emotion. Neurowissenschaft und Psychologie untersuchen heute, wie unser Gehirn Rhythmus erkennt, Harmonien verarbeitet und musikalische Formen über lange Zeiträume erinnert.
Zwischen einer schwingenden Saite und dem Erlebnis einer Symphonie liegt ein ungeheurer Raum.
Genau dieser Raum fasziniert uns.
Das Universum hören
Auch die moderne Astronomie ist voller Rhythmen und Schwingungen.
Sterne oszillieren. Gravitationswellen durchlaufen den Raum. Pulsare senden Signale mit erstaunlicher Regelmässigkeit. Wissenschaftler können Messdaten in hörbare Frequenzbereiche übertragen und damit Strukturen hörbar machen, die unseren Sinnen sonst verschlossen bleiben.
Das bedeutet nicht, dass Pythagoras im physikalischen Sinn recht hatte und die Planeten tatsächlich eine für uns hörbare Symphonie spielen.
Doch seine Intuition besitzt eine erstaunliche poetische Aktualität:
Der Kosmos ist voller Periodizitäten, Resonanzen, Proportionen und Schwingungen.
Wir haben die Musik der Sphären nicht gefunden, wie die Antike sie sich vorstellte.
Aber wir haben ein Universum entdeckt, das auf unerwartete Weise noch viel stärker von Rhythmus und Schwingung geprägt ist.
Das Empyreum in der Kunst
Auch die bildende Kunst hat immer wieder versucht, das Unsichtbare sichtbar zu machen.
Mittelalterliche und frühneuzeitliche Künstler stellten den Himmel als konzentrische Ordnung dar; Goldgrund wurde zum Zeichen eines Lichtes, das keiner irdischen Lichtquelle entstammt. Engel, Sternensphären und himmlische Chöre bevölkern Handschriften, Fresken, Altäre und kosmologische Diagramme.
Bei Hieronymus Bosch wird das Jenseits zu einer rätselhaften visionären Welt. William Blake verbindet Dichtung, Mystik und Bildkunst zu einer persönlichen Kosmologie. In seiner berühmten Illustration «L'Empyrée» zum 31. Gesang von Dantes Paradiso verwandelt Gustave Doré das Empyreum in eine monumentale Vision aus Licht, Engeln und kreisender Bewegung.
Und auch jenseits ausdrücklich religiöser Kunst bleibt die Sehnsucht bestehen, Unsichtbares sichtbar zu machen, bei William Turner im sich auflösenden Licht, bei Wassily Kandinsky in der Suche nach einer geistigen Wirkung von Farbe und Form oder in abstrakter Kunst, die Rhythmus, Proportion und Klang in visuelle Strukturen übersetzt.
Malerei und Musik berühren sich dort, wo beide versuchen, etwas auszudrücken, das sich der Sprache entzieht.
Prometheus und das schöpferische Feuer
Für das Empyrean Orchestra besitzt das Feuer noch eine weitere Bedeutung.
Es erinnert an Prometheus, der den Göttern das Feuer entwendet und es den Menschen bringt.
Dieses Feuer steht für Erkenntnis, Technik, schöpferische Kraft und den menschlichen Willen, Grenzen zu überschreiten. Es kann wärmen und erhellen, aber auch gefährlich werden. Gerade diese Ambivalenz macht Prometheus zu einer der mächtigsten Figuren der europäischen Kulturgeschichte.
Das prometheische Feuer und das Licht des Empyreums sind nicht dieselbe mythologische Tradition.
Für uns begegnen sie jedoch in einem gemeinsamen Bild:
dem schöpferischen Funken.
Dem Moment, in dem aus Stille Klang entsteht, aus einer Idee eine Partitur und aus vielen einzelnen Menschen ein gemeinsamer musikalischer Organismus.
Was bedeutet Empyrean heute?
Vielleicht ist das Empyreum, was alles Werden trägt und selbst nicht wird.
Unsere Vorstellungen vom Kosmos haben sich seither mehrfach gewandelt, von den kreisenden Sphären der Antike bis zum unendlichen Universum der modernen Astronomie. Pythagoras suchte in Zahl und Klang nach einer verborgenen Harmonie des Universums. Dante sah jenseits der kreisenden Himmel ein Reich aus reinem Licht. Kepler suchte in den Bewegungen der Gestirne nach jener Ordnung, die Musik und Kosmos miteinander verbindet.
Heute können wir unermesslich weiter in das Universum blicken, Schwingungen messen, die Bewegungen der Himmelskörper mit erstaunlicher Präzision beschreiben und Phänomene erfassen, die für frühere Generationen unsichtbar waren. Doch jede neue Erkenntnis öffnet zugleich neue Fragen. Was wir beobachten und messen können, muss nicht die Gesamtheit dessen sein, was existiert.
Vielleicht liegt gerade darin die fortdauernde Kraft des Empyreums. Denn Dantes Empyreum war niemals einfach ein ferner Ort am äussersten Rand des Weltalls. Es liegt jenseits von Raum und Zeit und entzieht sich damit schon seinem Wesen nach einer rein räumlichen Vorstellung. Kein Teleskop könnte einen solchen Ort finden, ebenso wenig wie eine astronomische Karte seine Existenz bestätigen oder widerlegen könnte.
Das Empyreum kann deshalb auch heute für die Möglichkeit stehen, dass hinter der sichtbaren und messbaren Welt eine tiefere Wirklichkeit liegt, eine Ordnung, deren Wesen wir vielleicht erahnen, ohne es vollständig erfassen zu können.
Musik führt auf eigentümliche Weise an diese Grenze. Wir können Frequenzen messen, Schwingungen analysieren und harmonische Verhältnisse mathematisch beschreiben. Doch damit ist das Geheimnis der Musik nicht erschöpft. Was geschieht, wenn Klang zu Bedeutung wird, wenn eine Harmonie uns tief im Innersten berührt oder ein musikalischer Augenblick das Gefühl hervorruft, für einen Moment über uns selbst hinauszutreten?
Vielleicht haben Pythagoras' Sphärenharmonie, Dantes Empyreum und unsere heutige Suche nach den verborgenen Strukturen des Universums mehr miteinander gemeinsam, als es zunächst scheint. Sie entspringen derselben menschlichen Sehnsucht, hinter den Erscheinungen Zusammenhang zu erkennen und sich dem anzunähern, was grösser ist als wir selbst.
Das Empyreum bleibt dabei ein Bild des Unermesslichen, des Lichtes und einer vollkommenen Harmonie, die sich unserer vollständigen Erkenntnis entzieht.
Im Empyreum liegt zugleich eine Chiffre für Transzendenz, für die menschliche Sehnsucht, das Unsichtbare zu erahnen und das Unermessliche zu berühren.
Empyrean Orchestra
Ein Orchester ist selbst ein kleines Universum.
Ein Kollektiv, in dem jede Stimme sich selbst treu bleibt und doch aufgeht in etwas Grösserem, etwas, das keiner von ihnen allein hervorbringen könnte.
Von jener uralten Suche nach Zahl und Harmonie bis zur modernen Erforschung von Klang und Kosmos zieht sich deshalb ein Gedanke durch mehr als zwei Jahrtausende:
Musik ist eine Suche nach Ordnung im Unermesslichen.
Für uns bezeichnet Empyrean diesen imaginären Horizont, den Ort, an dem Wissenschaft und Kunst, Ratio und Emotion, irdisches Handwerk und grenzenlose Vorstellungskraft einander begegnen.
Dorthin richtet sich unsere musikalische Suche.
Per Musicam Ad Astra.
Durch die Musik zu den Sternen.
